• 1124 – 53
    David I., am englischen Hof erzogen, modernisiert Handel, Rechtssystem und Verwaltung. Zahlreiche normannische Adlige folgen ihm nach Schottland, z. B. die Stewarts )spätere Schreibweise Stuart) und Bruce.
  • 1165
    Grenzstreitigkeiten mit England werden immer zahlreicher. Schottland verbündet sich mit Frankreich (Auld Alliance).
  • 1173/74
    König Wilhelm I. (the Lion) unterstützt den Sohn Heinrich II. bei dessen Kampf gegen seinen Vater. Wilhelm wird in der Normandie gefangen gehalten und erlangt seine Freiheit erst durch das Leisten des Lehnseides an England wieder. England leitet seinen Hoheitsanspruch gegenüber Schottland aus diesem Ereignis ab.
  • 1189
    Vereinbarung zwischen Wilhelm I. und Richard I. (Löwenherz). Darin wird die Selbständigkeit Schottlands anerkannt.
  • 1208 – 1212
    Johann Ohneland führt erfolglos Krieg gegen Schottland, Irland und Wales. Durch die Misserfolge gerät er derart unter Druck, dass er in der Magna Carta Libertatum weitreichende Königsrechte an die Barone abtreten muss.
  • 1237
    Im Vertrag von York (1237) wird die schottisch-englische Grenze zwischen dem Tweed und dem Firth of Solway festgelegt.
  • 1249 – 1286
    Mit König Alexander III. erlebt Schottland eine Phase der innenpolitischen Ruhe. Z. B. fallen 1263 die Hebriden Schottland zu. Um 1266 wird die Isle of Man erobert.
  • 1272 - 1300
    William Wallace wird als zweiter Sohn des Sir Malcolm Wallace of Elderslie geboren. Sein Vater ist Pächter der Stewarts of Scotland. Am 11. Juli 1274 wird Robert de Brus (oder „the Bruce“) als ältester Sohn des Earl of Carrick geboren. Seine Rolle während der Unabhängigkeitskriege ist undurchsichtig. Er wechselte fünfmal die Seiten.

Diese Daten sind lediglich ein kurzer Überblick über die von uns dargestellte Zeit und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch uns ist bewusst, dass die schottische Geschichte wesentlich vielschichtiger ist, ein Mehr an Informationen würde aber den Rahmen sprengen.

In den unendlichen Weiten des www kann jeder, der sich noch genauer informieren möchte, aber jede Menge Material ausgraben.


Die Schottische Fahne

Die Nationalflagge ist einfarbig blau mit einem diagonal darüber gelegten weißen Andreaskreuz. Sie wird „Saltire“ genannt. Erstmals nachgewiesen wurde sie zwischen 1286 und 1292. Schutzpatron und Nationalheiliger Schottlands ist St. Andrew (St. Andreas). Eine ebenfalls bekannte schottische Fahne ist die rotgoldene Flagge des schottischen Königtums. Sie leitet sich aus dem Wappen der schottischen Könige ab. Die Fahne ist einfarbig gold, in der Mitte ein roter, steigender Löwe. Der Rahmen ist mit roten Lilien geschmückt. Diese Fahne geht auf Wilhelm I. (the Lion, 1165 – 1214) zurück. Der liliengeschmückte Rahmen erinnert an die langjährige Allianz zwischen Schottland und Frankreich.


Der belted Plaid, Plaid, Kilt, Tartan

Die weit verbreiteten bunten Muster wurden erst sehr spät erfunden. Die echten Tartans (Tücher) des Mittelalters waren in Tarnfarben (Braun- Rot- und Grüntöne) gehalten. Die Schotten aus dem Film „Braveheart“ haben sich lt. Meinung der Historiker wie die Iren aus diesem Film gekleidet, mit einfachen Tüchern, Mänteln und Tuniken. Die Ritter und Reichen kleideten sich der Mode ihrer Zeit entsprechend (anglo-norman Style). Dass jeder Clan einen eigenen Tartan (Muster) hat, taucht erstmals in der zweiten Hälfte des 18. Jh. auf. Die erste Bestellung eines Tartan datiert aus dem Jahre 1538 für König James V. Im Mittelalter wäre eine eindeutige Zuordnung zu einem Clan für den Träger desselben außerhalb seines Territoriums äußerst gefährlich gewesen. Der heute bekannte Kilt wurde ca. 1730 erfunden. Die Clansabzeichen aus Metall, die an der Kopfbedeckung getragen werden, sind eine Erfindung des 20. Jh.


Das Clan-System

Die Bezeichnung Clan ist vom keltischen Clanna = Kinder abgeleitet. So verstehen sich auch die Mitglieder einer Gruppe, die sich um den Chief (auch Chieftain, oder auch Laird genannt) scharen. Um eine größere Kampfstärke zu erreichen schlossen sich manchmal kleine Clans den größeren an und führten auch deren Namen, während große Clans auch in regionale Untergruppen zerfallen konnten. Die Grundlage des Zusammenlebens sind eher Ratsbeschlüsse und Gewohnheitsrechte als Gesetze. Oberste Priorität ist die Loyalität gegenüber dem Chief und dem eigenen Namen (Clansname). Ein Clan setzt sich sowohl aus den Blutsverwandten des Clanchiefs als auch aus Fremden zusammen. Wichtig ist auch die Stellung des Clanbarden, dessen Aufgabe es war, Lobgesänge über den Clan zu dessen Ehren zu verfassen und vorzutragen. Der Clanbarde hatte innerhalb des Clans eine hohe Stellung inne (etwa an dritter bzw. vierter Stelle unterhalb des Clanchiefs). Der Clanchief war oberster Kriegsherr und auch Richter. Die Clansmitglieder standen unter dessen Schutz, wobei sie auch bedingungslos mit ihm in die Schlacht ziehen mussten. Im Mittelalter waren einige Clans derart mächtig, dass nicht einmal der König ihnen die Heerfolge befehlen konnte, sondern darum bitten musste. Einen Zusammenschluss verschiedener Clans nennt man „Clan Chatten“. Engere Familienangehörige des Clanchiefs bezeichnet man als „Highland Gentlemen“. Einen einfachen Clansman bezeichnet man als „Ghillie“. Ein Kommandounternehmen oder Streifzug wird als „Raid“ bezeichnet. Weitere Verwandte eines Clanchiefs oder Angehörige von Nebenlinien bezeichnet man als „Tacksmen“. Die Clansmitglieder hatten dem Clanchief den sogenannten Clanseid zu leisten. Dies geschah bei der jährlichen Clansversammlung, bei welcher die waffenfähigen Männer in einer genau vorgeschriebenen Zeremonie besagten Eid zu leisten hatten.


Typisch schottische Merkmale und Klischees
  • Claymore
    Zweihänderschwert, allerdings erst typisch für die Zeit des späten 15. Und frühen 16. Jh.
  • Dirk
    Langer Dolch, Erscheinen allerdings erst im 18./19. Jh. Dasselbe gilt für den Sgian Dubh (kleiner Dolch, welcher im Strumpf versteckt getragen wurden).
  • Targe
    Typisch schottisches Rundschild, Nachweis vom Mittelalter bis ca. Mitte des 18. Jh. verwendet.
  • Highland Pipes (Dudelsack)
    Wurde als Begleitinstrument in Schlachten erst ab dem 17. Jh. verwendet. In der von uns dargestellten Zeit verwendete man die keltische Kriegsharfe (sehr große Harfe, welche auf einem Karren transportiert wurde).
  • Blaue Gesichtsbemalung
    (unter anderem gezeigt in „Braveheart“)
    Stammt eigentlich von den Pikten (ca. ab dem 3. Jh. a. D. in Schottland nachgewiesen), welche sich ihre Gesichter vor der Schlacht blau bemalten, um den Gegner zu erschrecken. Als die Römer dies sahen, nannten sie das Volk Piktii (etwa „die Bemalten“. Diese charakteristische Bemalung hat mit der Zeit von William Wallace nicht das Geringste zu tun.
  • Fiery Cross
    Notzeichen, welches der Clanchief an die weit verstreuten Clansangehörigen schickte, um sie zusammen zu rufen. Es besteht aus einem Holzkreuz, dessen unteres Ende verkohlt ist und um dessen oberes Ende ein blutiges Stück Stoff gewickelt ist.
  • Vorsilbe „Mac“ im Clansnamen, z. B. Mac Donald
    Mac bedeutet soviel wie „Sohn des“. Im schottischen wird „Mac“ niemals nur „Mc“ geschrieben, das ist nicht üblich. Die Abkürzung ist die amerikanisierte Version des Wortes.
  • Gillie Calum (auch ghillie chalium) - Schwerttanz
    Einer der bekanntesten schottischen Tänze, geht zurück auf König Malcolm Canmore. Ca. 1054 erschlug er im Kampf einen Stammesfürsten der Macbeth. Danach kreuzte er sein Schwert mit dem des gefallenen und führte den besagten Tanz auf.
  • Highland Games
    Heutzutage eine beliebte Touristenattraktion, damals aber eine dringende Notwendigkeit, um die stärksten und gewandtesten Männer für den Clan rekrutieren zu können. Die einzelnen Disziplinen (z. B. laufen, Schwertkampf, Ringen, Gewichte werfen) dienten obigem Zweck.
Fazit:
Für die Darstellung eines Schotten im Hochmittelalter benötigt man weder ein blau angemaltes Gesicht, noch wie auch immer geartete belted Plaids, Plaids, Kilts, Bonnets (barettartige Kopfbedeckung, ab 17. Jh.) oder ähnliche Kleidungsstücke. Auch Zweihandschwerter (Claymore), Dudelsäcke und Strumpfdolche sind für diese Zeit nicht historisch korrekt.